MIT / WIV Kreis Viersen spricht sich gegen anonymisierte Bewerbungen aus

Pressemitteilung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Kreisverband Viersen „Ein lebensfremder Vorschlag, der gerade nicht auf die individuellen Stärken und Schwächen eines Bewerbers eingeht und zudem für Mittelständler eine Kostenspirale in Gang setzt – dies sind die Hauptkritikpunkte der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Niederrhein (MIT) an anonymisierten Bewerbungen,“ so der Vorsitzende der MIT Kreis Viersen, Thomas Timmermanns. Ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Ab diesem Herbst testen fünf Großunternehmen, darunter die Deutsche Telekom ein Jahr lang die aus den USA kommende Praxis in Deutschland. Eingehende Bewerbungsunterlagen werden auf Jobfakten reduziert, persönliche Eigenschaften und Angaben zu Nationalität, Alter, Geschlecht, Familienstand sowie Namen werden gestrichen. Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Niederrhein hält anonymisierte Bewerbungen für einen falschen Weg, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. „Neben der fachlichen Qualifikation sind auch persönliche Daten erforderlich, um sich ein Bild über die Eignung eines Bewerbers zu machen“, erklärt Thomas Timmermanns, Vorsitzender des Bezirksverbandes. „Gerade bei mittelständischen Unternehmen läuft alles familiärer ab als bei Großbetrieben. Die „Chemie“ zwischen Chef und Mitarbeitern muss stimmen. Deshalb sind viele individuelle Faktoren in der Praxis ausschlaggebend. Soziale Kompetenz, ehrenamtliches Engagement und die eigene Persönlichkeit dürfen bei Bewerbungen nicht unter den Tisch fallen. Mitarbeiter sind keine seelenlosen Arbeitsmaschinen, sondern Individuen.“ Thomas Timmermanns, Kreisvorsitzender der MIT Kreis Viersen: „Bei Bewerbung und Personalauswahl ist nicht weniger, sondern mehr Transparenz zielführend. Jeder Bewerber hat die Möglichkeit sich über das Unternehmen im Internet Kenntnisse zu verschaffen. Deshalb sollte auch ein Unternehmer die Möglichkeit haben, weitergehende Informationen über den potentiellen neuen Mitarbeiter zu bekommen.“ Die MIT Kreis Viersen sieht in dem konstruierten anonymen Verfahren einen zeitlich längeren umständlichen Bewerbungsvorgang auf die mittelständischen Unternehmer zukommen. Dieser Mehraufwand führt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die in der Praxis oft keine eigene Personalabteilung haben, zu steigenden Kosten. Bezeichnenderweise nehmen am Pilotprojekt nur große internationale Unternehmen teil. Die Mittelständler fassen zusammen: „Mit anonymisierten Bewerbungen wird dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Qualifikationen können vorgetäuscht werden, die gar nicht vorhanden sind. Hier können sich große Unternehmen nicht aber kleine und mittlere mit Erfolg wehren. Grundsätzlich gilt: Je restriktiver das deutsche Arbeitsrecht ausgelegt ist, desto wichtiger ist die individuelle Personalauswahl durch Firmenchefs.“ Vor diesem Hintergrund fordern wir das Familienministerium, das das Projekt unterstützt und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auf, keine weiteren Vorstöße in Richtung anonymisierter Bewerbungen zu unternehmen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Thomas Timmermanns, Tel. 0211 / 50 75 120, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Abdruck frei, Belegexemplar erbeten 06.10.2010